Stand: 5. Juni 2026. Vier Entwicklungen in einer Woche, die zusammen den Blick auf Sichtbarkeit verschieben: von „ranken wir?" zu „wo genau sind wir sichtbar?".
1. Mai-Core-Update abgeschlossen
Google hat das May 2026 Core Update am 2. Juni für beendet erklärt – nach zwölf Tagen Rollout, gestartet am 21. Mai. Auffällig war die Streubreite: Manche Domains meldeten deutliche Gewinne erst nach dem offiziellen Ende, andere kaum Bewegung.
Mindestens eine Woche warten, bevor Maßnahmen abgeleitet werden. Wer während oder direkt nach einem Rollout umbaut, optimiert auf Zahlen, die noch nicht stabil sind.
2. Search Console: KI-Impressionen getrennt sichtbar
Am 3. Juni startete der Bericht zur generativen Suche. Erstmals lassen sich Impressionen aus AI Overviews und AI Mode getrennt von der klassischen Suche auswerten – bis dahin steckten sie unbemerkt in der Gesamtzahl, was jahrelang zu falschen Schlüssen geführt hat.
| Datenpunkt | Enthalten |
|---|---|
| Impressionen in AI Overviews und AI Mode | ja |
| Adressen, Länder, Geräte, Zeitverlauf | ja |
| KI-Funktionen in Discover | ja, eigener Bericht |
| Klickdaten | nein |
| Suchanfragen je KI-Treffer | nein |
Die beiden fehlenden Zeilen sind die eigentliche Nachricht: Man sieht, dass man vorkommt – nicht, was es bringt.
3. FAQ-Rich-Results: Ende der Auswertung
Seit dem 7. Mai 2026 zeigt Google keine ausklappbaren Frage-Antwort-Blöcke mehr in den Ergebnissen. Im Juni verschwinden Bericht und Prüfwerkzeug aus der Search Console, im August endet die Unterstützung der Schnittstelle.
Das Schema selbst darf bleiben – Google nutzt es weiter zum Verstehen der Inhalte. Wer eigene Auswertungen auf diese Daten aufgesetzt hat, sollte sie vorher sichern und die Abfragen umbauen.
4. Spam-Regeln gelten auch für KI-Antworten
Google hat die Richtlinien Mitte Mai erweitert: Auch der Versuch, generative Antworten zu beeinflussen, gilt als Spam. Ausdrücklich genannt sind gekaufte Erwähnungen und künstlich erzeugte Zitierungen.
Prüffrage an jeden GEO-Anbieter: „Wie machen Sie das?" Geht die Antwort in Richtung Massen-Erwähnungen, Netzwerke oder bezahlte Nennungen ohne Kennzeichnung, ist das jetzt offiziell Spam – mit demselben Risiko wie beim Linkkauf.
5. Google-Agent: eine neue Klasse von Besuchern
Seit dem 20. März 2026 taucht der Kennzeichner Google-Agent in Serverprotokollen auf. Er ist etwas anderes als der Googlebot: Er erscheint nur, wenn ein Mensch einen KI-Agenten mit einer Aufgabe beauftragt hat.
In Deutschland ist das Aufkommen noch gering; Project Mariner läuft überwiegend in den USA. Vorbereiten ja, umbauen nein – und in der robots.txt nicht vorschnell aussperren.
Was diesen Monat zu tun ist
- KI-Bericht aktivierenSobald in Ihrer Property verfügbar: Ausgangswerte sichern. Wo erscheinen Sie bereits, mit welchen Adressen?
- Auswertung ab dem 9. JuniEine Woche nach Rollout-Ende die vier Wochen davor und danach vergleichen.
- FAQ-Daten exportierenVor dem Wegfall des Berichts sichern, Abfragen umbauen.
- Serverprotokolle ansehenKommen schon Zugriffe von Google-Agent, ChatGPT-User oder Claude-User?
- Antwort nach vornJeder Abschnitt beginnt mit der Antwort, dann folgt die Begründung. Der wirksamste Hebel für Zitierungen.
Gegenüber der ursprünglichen Fassung entfallen: Nutzerzahlen zu AI Mode und AI Overviews, eine Zero-Click-Quote, Vergleichszahlen zu Abschlussraten von KI-Verweisen sowie prozentuale Gewichtungen aus einer Zitierungs-Studie. Alle diese Angaben waren ohne nachvollziehbare Erhebung. Die inhaltlichen Empfehlungen, die daraus abgeleitet wurden, sind geblieben.