Stand: 4. Mai 2026. Ein Monat ohne großes Update – dafür mit einer Funktion, die vor allem kleinere Anbieter betrifft, und mit den Nachwirkungen des März-Core-Updates, die immer noch sichtbar sind.
Preferred Sources: Leser markieren ihre Quellen
Am 30. April 2026 hat Google die Funktion für alle unterstützten Sprachen freigeschaltet, auch für deutschsprachige Ergebnisse. Nutzer klicken in den Top Stories auf ein Sternsymbol und markieren damit Websites, die sie bevorzugt sehen wollen. Deren neue Inhalte erscheinen anschließend häufiger.
Interessant ist, für wen das etwas ändert. Wer im normalen Wettbewerb gegen große Portale kaum ankommt – Fachblogs, Nischenseiten, lokale Publikationen –, bekommt hier einen Weg, der nicht über Reichweite läuft, sondern über Stammleser. Google stellt Schaltflächen in mehreren Sprachen zum Einbinden bereit und nennt eine etwa doppelt so hohe Klickrate auf markierte Quellen.
Voraussetzung ist, dass regelmäßig etwas erscheint. Bei einer Website, die dreimal im Jahr etwas veröffentlicht, läuft die Funktion ins Leere.
Nachwirkungen des März-Core-Updates
Der Rollout lief vom 27. März bis 8. April, unmittelbar nach einem Spam Update, das am 24. und 25. März in weniger als 24 Stunden durchlief. Diese Häufung macht die Zuordnung schwierig: Wer Ende März verloren hat, weiß ohne genaue Zeitreihe nicht, woran.
Die Frage hinter dem Muster
In der Branche kursiert dafür der Begriff Information Gain – als offizielles Signal hat Google ihn nie bestätigt. Als Arbeitsbegriff taugt er trotzdem, weil er auf eine brauchbare Frage hinausläuft:
Wenn Ihre Inhalte morgen verschwinden – würde jemand etwas verlieren, das er nicht anderswo findet? Wo die Antwort nein lautet, hilft auch bessere Technik nicht weiter.
Was die KI-Flächen mit Klicks machen
Dass Antwortkästen Klicks kosten, ist inzwischen mehrfach gemessen worden. Eine Auswertung von Seer Interactive über mehrere Millionen Impressionen zeigt einen deutlichen Rückgang der Klickrate bei Suchanfragen mit KI-Antwort. Authoritas beobachtet zudem, dass ein erheblicher Teil der Quellenangaben in KI-Antworten binnen zwei bis drei Monaten wechselt.
Praktisch heißt das: Eine Erwähnung ist kein Dauerzustand, sondern ein laufender Wettbewerb. Und die Kennzahl verschiebt sich von der Position zur Erwähnung – siehe GEO.
Die Checkliste für diesen Monat
- Preferred-Sources-Schaltfläche einbindenNeben den übrigen Verweisen platzieren und Stammleser darauf hinweisen.
- Zeitraumvergleich zum März-Update27. März bis heute gegen die vier Wochen davor – und getrennt davon die zwei Spam-Update-Tage betrachten.
- Verfasserangaben aufräumenAus „Redaktion" wird ein Name mit Werdegang und auffindbarem Profil.
- Eigenanteil prüfenJe wichtiger Seite eine Liste dessen, was nur dort steht. Bleibt sie leer, ist das der Befund.
Gegenüber der ursprünglichen Fassung entfallen: Nutzerzahlen zum AI Mode, der Anteil von Suchergebnissen mit KI-Antwort, eine Zero-Click-Quote, Angaben eines Anbieters zu Zitierungen im Handel sowie die Zahl der bereits markierten Domains – alle ohne nachvollziehbare Erhebung. Behalten und zugeschrieben sind die Auswertungen von Seer Interactive und Authoritas.